Kennst du das Gefühl, in dir würden zwei (oder mehr!) Stimmen gleichzeitig sprechen – und jede will etwas anderes?
Genau hier setzt ein bewährtes Modell aus der systemischen Arbeit an: das Innere Team.
In diesem Blog-Beitrag erfährst du:
- Woher das Konzept stammt
- Wie das Innere Team funktioniert
- Wo es dir oder deinen Coachees weiterhelfen kann
- Ein konkretes, praxisnahes Beispiel
Woher kommt das Innere Team?
Das Modell wurde vom Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz von Thun entwickelt.
Er beschreibt, dass in uns unterschiedliche innere Anteile wirken – wie Mitarbeitende in einem Team. Jeder Anteil hat eine eigene Stimme, eigene Bedürfnisse, Ziele und auch Ängste.
Schulz von Thuns Grundidee:
„Wir Menschen sind mehrstimmig.“

Das heißt: Es gibt nicht die eine Meinung in uns – sondern ein ganzes Team, das manchmal harmonisch zusammenarbeitet … und manchmal ordentlich durcheinanderreden kann.
Wie funktioniert das Innere Team?
Das Innere Team hilft dabei, diese inneren Stimmen sichtbar und hörbar zu machen. Dabei läuft der Prozess oft so ab:
- Situation klären
Worum geht es eigentlich? Was macht mich unruhig oder blockiert? - Innere Stimmen entdecken
Welche Anteile melden sich zu Wort? Typische Beispiele:- Der Perfektionist
- Die Zweifelnde
- Der Mutige
- Der Harmonisierer
- Der Beschützer
- Die Abenteurerin
- Absichten erkennen
Jeder Anteil verfolgt ein Ziel – oft positiv gemeint, selbst wenn er uns stresst. - Teamstruktur sichtbar machen
Welche Stimmen sind laut? Welche gehen unter? Wer sabotiert wen? - Innere Teamleitung übernehmen
Die wichtigste Frage:
Wie kann ich als innere/r Teamleader/in eine gute Entscheidung treffen?
Ziel ist nicht, Stimmen „abzustellen“, sondern sie zu integrieren.
Wo hilft das Innere Team?
Das Modell eignet sich hervorragend für Coaching, Selbstreflexion und persönliche Entwicklung. Besonders hilfreich ist es:
Bei Entscheidungskonflikten
Wenn jede Option gleichzeitig richtig und falsch erscheint.
Bei wiederkehrenden Mustern
Wenn bestimmte Situationen immer wieder innere Spannungen auslösen.
In der Stressbewältigung
Man versteht, warum man so reagiert – und kann bewusster steuern.
In Führungssituationen
Mehr Klarheit im eigenen Inneren führt zu klarerer Kommunikation nach außen.
Beim Aufbau von Selbstmitgefühl
Man erkennt:
Nicht ich bin das Problem – sondern die uneinige Kommunikation in meinem Inneren.
Beispiel: „Ich sollte kündigen – oder lieber nicht?“
Stell dir vor, jemand ist unzufrieden im Job und denkt über einen Wechsel nach. Im Inneren passiert Folgendes:
🗣️ Die innere Stimmenlandschaft
- Die Abenteurerin: „Los! Neue Chancen! Wir wollen wachsen!“
- Der Sicherheitsbeauftragte: „Bloß nicht! Was ist mit Geld, Stabilität, Familie?“
- Die Kritikerin: „Du hältst es nur nicht aus. Reiß dich zusammen.“
- Der Zukunftsvisionär: „Wo willst du in 5 Jahren stehen?“
- Die Erschöpfte: „Ich kann nicht mehr.“
🧩 Der Prozess
Im Coaching werden alle Stimmen notiert, gewürdigt und gehört.
Dann entsteht die Frage:
Wie kann eine Entscheidung aussehen, die möglichst viele Bedürfnisse berücksichtigt?
Am Ende könnte die Lösung z. B. lauten:
„Ich gehe nicht sofort – aber ich beginne aktiv, mich neu zu orientieren und ein Zielbild zu entwickeln.“
Ein Kompromiss, der Sicherheit, Mut und Selbstfürsorge verbindet.
Fazit: Mehr Klarheit durch innere Führung
Das Innere Team macht sichtbar, was sonst unbewusst in uns arbeitet.
Durch das Erkennen und Strukturieren der inneren Anteile entsteht:
- mehr Klarheit
- weniger Stress
- bessere Entscheidungen
- mehr Selbstakzeptanz
Und das Wichtigste:
Du wirst zur Führungskraft deines eigenen Inneren Teams.
Du möchtest mit deinem inneren Team arbeiten – dann begleite ich Dich gerne bei diesem Prozess.
